Das Geschenk des Lebens erfährt durch den Schwangerschaftsabbruch doppeltes Leid und meistens lange anhaltendes Unglück. Nicht nur das eigene Kind wird verloren – auch die eigene Gesundheit und die eigene seelische Unversehrtheit sind von dieser Entscheidung gravierend betroffen. PAS1 ist noch immer ein Tabuthema in Deutschland: Von dem physischen und psychischen Leid, der seelischen Verzweiflung, zeugen aber fast alle Berichte, die uns durch z.T. berührende Dokumentationen, Zuschriften und Gespräche von jenen Frauen vorliegen, die in dem Schritt des Schwangerschaftsabbruchs die einzige Lösung zur Überwindung ihrer tiefen Verzweiflung und drängenden Not sahen.
Doch wie geht es danach weiter? Stehen nicht jene Frauen mit dieser Entscheidung erst am Anfang ihres Leidens? Wer hilft Ihnen jetzt? Wie geht die betroffene Familie, der Freundeskreis damit um? Auch wenn es niemand erfährt: Wer heilt die physischen und seelischen Schmerzen der betroffenen Frauen? Wer solidarisiert sich mit ihnen und ermutigt sie, darüber zu sprechen, die Not zu erkennen, und auch die Entscheidung zu bereuen um für sich Versöhnung zu finden? Vor allem dann, wenn die eigene Familie den verdrängten und anhaltenden Schmerz mit wahrnimmt, selbst spürt und daran mitleidet, wenn nicht zerbricht?
Wir möchten hier helfen, sie begleiten und auf den Weg der Versöhnung und Heilung durch persönliche Gespräche, verständnisvolle Seelsorge und einer möglichen Therapie hinweisen. Die Folgen eines Schwangerschaftsabbruches sind so vielfältig. Die Auswirkungen übertragen sich mitunter als anthropologische Muster, als Schuldfrage auf die nächste Generation. Davon zeugt z.B. der nachfolgende Beitrag: PAS – schlechte Traditionen weitergeben?
- Unter dem Begriff Post-Abortion-Syndrom (PAS), auch als Post-Abortion-Stress (PAS) oder Post-Abortion-Stress-Syndrom (PASS) bezeichnet, werden psychisch-emotionale Symptome als Folge eines Schwangerschaftsabbruchs verstanden. In der Psychologie und der Psychiatrie werden unter PAS alle psychischen Symptome bezeichnet und eingeordnet, die bei sämtlichen in das Abtreibungsgeschehen involvierten Personen – also den Frauen, den betroffenen Vätern, den Ärzten und ihrem medizinischem Personal, aber auch den Beratern – als Folge von Abtreibung auftreten und als traumatisch und außerhalb üblicher menschlicher Erfahrungen bezeichnet werden können. Oft ist der Verdrängungsmechanismus so stark, dass die Folgen erst bis zu zehn Jahre nach dem eigentlichen Vorfall sichtbar werden. [↩]